Gute Produktfotos machen: einfache Tipps fürs Handy
Das erste Foto entscheidet über den Klick. Gute Bilder müssen nicht teuer sein – ein Handy und Tageslicht reichen völlig. Mit diesen Tipps machst du Fotos, die verkaufen.
Nutze Tageslicht statt Blitz
Fotografiere tagsüber am Fenster. Weiches Tageslicht zeigt Farben echt und vermeidet harte Schatten. Der Handy-Blitz macht Fotos oft flach und unnatürlich – lieber ausschalten.
Ruhiger, heller Hintergrund
Ein neutraler, aufgeräumter Hintergrund lenkt nicht vom Artikel ab. Weiß oder hellgrau wirkt sauber und professionell. Für das eBay-Hauptbild ist ein weißer Hintergrund ideal – die Foto-Freistellung von Listingfuchs erledigt das automatisch.
Mehrere Perspektiven und Details
Zeige den Artikel von vorne, hinten und den Seiten, dazu wichtige Details wie Etiketten, Marke oder Modellnummer. Fotografiere auch Mängel ehrlich – das schafft Vertrauen und vermeidet Rückgaben.
Scharf und formatfüllend
Tippe zum Fokussieren auf den Artikel und halte das Handy ruhig. Der Artikel sollte das Bild möglichst ausfüllen. Empfohlen sind mindestens 1600 px – zu kleine Bilder lehnt eBay ab.
Die richtige Reihenfolge deiner Bilder
Käufer wischen sich in Sekunden durch deine Fotos. Eine feste Reihenfolge hilft ihnen, den Artikel schnell zu verstehen: zuerst das Hauptbild mit dem ganzen Artikel, dann Rückseite und Seiten, danach Details wie Typenschild, Etikett oder Seriennummer.
Am Ende folgen Gebrauchsspuren und ein Foto vom gesamten Lieferumfang – also von allem, was der Käufer tatsächlich bekommt. Liegen Ladekabel, Originalverpackung oder Anleitung bei, gehören sie mit aufs Bild. Was nicht zu sehen ist, wird auch nicht erwartet.
Für das Hauptbild gilt: der Artikel allein, gerade ausgerichtet, ohne Deko. Lass etwas Rand um den Artikel, denn Vorschaubilder werden in Suchergebnissen oft zugeschnitten.
Größe und Maßstab zeigen
Auf Fotos wirkt jeder Gegenstand gleich groß. Ob eine Vase zehn oder vierzig Zentimeter hoch ist, erkennt niemand ohne Vergleich. Lege deshalb bei einem Bild ein bekanntes Objekt daneben, etwa eine Münze, ein Feuerzeug oder ein Lineal.
Noch klarer ist ein Maßband direkt am Artikel. Bei Möbeln, Taschen oder Bilderrahmen sparst du dir damit viele Rückfragen. Schreib die Maße trotzdem zusätzlich in die Beschreibung – das Foto ersetzt die Angabe nicht, es bestätigt sie.
Bei Kleidung hilft ein Foto im getragenen Zustand oder auf einer Schneiderpuppe, damit Käufer Schnitt und Länge einschätzen können. Ohne Helfer legst du das Teil glatt gestrichen auf den Boden und misst nach.
Gebrauchsspuren so fotografieren, dass man sie einschätzen kann
Ein Kratzer ist nicht gleich ein Kratzer. Damit Käufer den Zustand wirklich beurteilen können, brauchen sie pro Mangel zwei Bilder: eine Übersicht, auf der man sieht, wo die Stelle liegt, und eine Nahaufnahme, die zeigt, wie groß sie ist.
Feine Kratzer auf glatten Flächen erkennt man am besten mit Streiflicht – also Licht, das flach von der Seite kommt. Dellen, Flecken und Verfärbungen zeigst du bei gleichmäßigem Licht, damit nichts harmloser oder schlimmer aussieht, als es ist.
Lieber ein Foto zu viel als eine Überraschung beim Auspacken. Ein Mangel, den der Käufer vorher gesehen hat, sorgt selten für Streit – ein verschwiegener fast immer.
Bearbeiten: was in Ordnung ist und was nicht
Zuschneiden, gerade ausrichten und die Helligkeit leicht anpassen ist völlig in Ordnung. Dafür reicht die Bearbeitungsfunktion deines Handys. Auch ein freigestellter weißer Hintergrund ist üblich, solange der Artikel selbst unverändert bleibt.
Tabu sind Filter, die Farben verfälschen, Weichzeichner und das Wegretuschieren von Kratzern oder Flecken. Sieht der Pullover auf dem Foto dunkelblau aus und ist in Wirklichkeit hellblau, kommt er zurück. Vergleiche nach der Bearbeitung das Bild mit dem Artikel daneben.
Ebenfalls keine gute Idee: Fotos aus dem Internet oder Herstellerbilder statt eigener Aufnahmen. Sie zeigen nicht deinen Artikel und sind oft urheberrechtlich geschützt.
Problemfälle: Glänzendes, Kleines und Dunkles
Spiegelnde Oberflächen wie Glas, Chrom oder Lack zeigen gern dich selbst und dein Zimmer. Fotografiere leicht schräg statt frontal und achte darauf, dass hinter dir eine ruhige, helle Fläche ist. Ein weißes Blatt Papier als Reflektor hellt dunkle Stellen auf.
Bei Schmuck, Münzen und anderen kleinen Dingen nicht digital heranzoomen, das macht das Bild unscharf. Geh lieber so nah heran, wie dein Handy noch scharf stellt, und schneide das Bild danach zu.
Dunkle Artikel wie schwarze Lederjacken oder Elektronik verlieren auf dunklem Untergrund jede Kontur. Leg sie auf eine helle Fläche und sorge für viel Licht, damit Nähte, Struktur und Schäden sichtbar bleiben.
Häufige Fragen
Reicht ein Handy für gute Produktfotos oder brauche ich eine Kamera?
Ein aktuelles Handy reicht für Verkaufsanzeigen völlig aus. Wichtiger als die Technik sind Licht, ein ruhiger Hintergrund und eine ruhige Hand.
Warum sehen meine Fotos trotz gutem Licht milchig aus?
Meist ist die Linse verschmiert, zum Beispiel von Fingerabdrücken aus der Hosentasche. Wisch sie vor dem Fotografieren mit einem weichen Tuch ab.
Wie viele Fotos sollte eine Anzeige haben?
So viele, dass zu Aussehen und Zustand keine Frage offen bleibt. Wie viele Bilder erlaubt sind, legt jede Plattform selbst fest – nutze den Rahmen, aber zeige nichts doppelt.
Sollte ich den Artikel vor dem Fotografieren reinigen?
Ja, Staub, Fussel und Fingerabdrücke fallen auf Fotos stärker auf als in echt. Reinigen heißt aber nicht kaschieren: Echte Gebrauchsspuren bleiben sichtbar und gehören ins Bild.
Kann ich abends bei Lampenlicht fotografieren?
Das geht, wenn du eine helle Lampe mit neutralem Licht nutzt und keine verschiedenen Lichtfarben mischst. Gelbliches Wohnzimmerlicht verfälscht Farben – im Zweifel lieber bis zum nächsten Tag warten.
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